Wie auch das Make-up, orientieren sich die Frisuren in jeder Saison an der aktuellen Mode. Schließlich wirkt es nur bei Hochglanz-Fotoproduktionen interessant, wenn mit groben Kontrasten gearbeitet wird, also beispielsweise, wenn die Models eine brave Gretchenfrisur zu Lack und Leder tragen oder umgekehrt. Im Alltag jedoch sollte die Frisur zur Mode passen – und vor allem mit dem eigenen Typ harmonieren. Dass harmonisch nicht langweilig heißen muss, beweisen die aktuellen Trendfrisuren für Damen, die so vielfältig wie nie sind.
Hochsteckfrisuren im 40er-Jahre-Stil
In den Vierzigerjahren orientierten sich die Frisuren der Frauen an einem Trend aus den Dreißigern: der sogenannten Olympiarolle. Dabei wird das Haar im Nacken zusammengenommen und zu einer Außenrolle nach oben eingeschlagen. Auch die Ponypartie wird dazu manchmal nach oben gerollt.
Schauspielerin Greta Garbo beispielsweise trug diese Hochsteckfrisur Anfang der Vierziger, während ihre Zeitgenossin Rita Hayworth auf eine für die Zeit untypische wallende Lockenmähne setzte. In einer moderaten Interpretation erobert die Olympiarolle nun im Zuge des allgemeinen Retro Chic die Städte. Besonders geeignet ist diese Frisur für den Abend, da sie selbst dem wildesten Tanzvergnügen standhält.
Frisuren mit Locken
Nach langen Jahren des ultraglatten Sleek Looks dürfen Locken endlich wieder locken. Allerdings weder in der Siebzigerjahre Föhnwellenvariante, noch als krisselige Dauerwelle, bei der die Achtziger Pate gestanden scheinen. Locken 2011 sind vor allem eins: gepflegt und glänzend. Dazu wird das Haar vor dem Locken, so paradox es klingt, über ein Glätteisen gezogen. Anti-Frizz-Serum auftragen und strähnenweise auf Volumenwickler drehen, alternativ mit dem Lockenstab bearbeiten. Wickler bzw. Stab senkrecht herausziehen, das Haar danach nicht mehr kämmem – und fertig sind die Glamourwellen à la Beyoncé.
Ultrakurzer Boyfriend-Style
Die Sechziger lassen grüßen. Pate für die ultrakurze Frisur stehen die damaligen Heldinnen wie Supermodel Twiggy und die Schauspielerinnen Jean Seberg und Mia Farrow, die allesamt streichholzkurzes Haar trugen, ohne an Weiblichkeit einzubüßen. Pixie Cut nannte man den Look, der auch seit letztem Jahr wieder Furore macht und auch 2011 nicht wegzudenken ist. Das Geheimnis des Pixies ist, nicht einfach nur kurzes Haar zu sein, sondern trotz XS-Format nicht burschikos, sondern mädchenhaft zart zu wirken. Dies gelingt durch den Kontrast von ultrakurzen Nacken- und Seitenpartien und dem längeren Deckhaar mit einem in die Stirn gezupften, fransigen Pony. Besonders geeignet ist der Pixie für feine, schmale Gesichter und feines glattes Haar.
Extralanger Pony
Dominierte in den letzten Jahren beim Pony der Betty-Page-Look, bei dem der Pony auf halber Stirnhöhe endet, sind jetzt ultralange Stirnfransen wieder angesagt. Nicht als Blockpony, der einem die Sicht nimmt, sondern in raffinierten Varianten. Eine davon ist der tief angesetzte Seitenscheitel, bei dem die Ponypartie schräg ins Gesicht gezogen wird. Für idealen Halt ist der Pony so lang, dass der mit Clips hinter den Ohren befestigt werden kann. Eine andere Variante, die überlangen Ponysträhnen zu bändigen, ist der bei urbanen Trendsetterinnen beliebte Flechtpony. Wie ein französischer Zopf wird der Pony dabei Strähne um Strähne kranzartig aus dem Gesicht geflochten.
Runway-Style: Seitenscheitel
Nicht nur, um den überlangen Pony zu bändigen, wird er genutzt – auch die Designer setzen vermehrt auf den Seitenscheitel. Dank seiner Asymmetrie wirkt er für sich allein. Die übrigen Haare werden zu einem strengen Knoten nach hinten genommen. Bei diesem geometrischen Look darf mit einer Extraportion Gel gearbeitet werden. Schön auch bei ultrakurzem Haar – siehe Pixie.
Natürlicher Look: Flechtfrisuren
2011 sind Flechtfrisuren nicht mehr auf den legeren Strand- und Urlaubslook beschränkt, sondern erobern die Clubs und Büros der Metropolen. Besonders aufregend ist der Kontrast zwischen einem eng um den Kopf geflochtenen Gretchenkranz und urbaner Mode. Wer nicht so wagemutig ist, probiert den natürlichen Look erst einmal in Form eines Flechtponys aus.
